Mapping der Zukunft

Wie man Ideen für die Zukunft erfasst und sammelt

Die qualitativen Interviews eröffneten Anwohner*innen die Möglichkeit, zu Mitgestalter*innen des Gebiets zu werden und mit ihren eigenen Ideen zum künftigen Park und seiner Gestaltung beizutragen – und neue Perspektiven aufzuzeigen, an die wir als Untersucher*innen zuvor nicht gedacht hatten.

In dem Prozess der Mitgestaltung des zukünftigen Gebiets durch die Bewohner*innen war es uns wichtig, nicht nur nach konkreten Ideen für einen zukünftigen Park zu fragen, sondern auch die zu verstehen und hervorzuheben, welche Werte und Bedürfnisse ihren Wünschen zugrunde liegen. Anstatt die Bewohner nur zu fragen, wie ein zukünftiger Park aussehen sollte, fragten wir sie deshalb auch, warum sie diesen Wunsch hatten.

  • Was wünschen Sie sich, dass wir in 10 Jahren anders gemacht hätten?
  • Welche Werte/Gefühle/Bedürfnisse liegen diesem Wunsch zugrunde?

Wir fanden diesen Ansatz wichtig, um keine falschen Hoffnungen zu wecken, dass alle spezifischen Wünsche in Erfüllung gehen würden. Mit Konzentration auf die Werte oder Bedürfnisse des zukünftigen Bereichs, rückte bspw. die Diskussion über die Farbe einer neuen Bank in den Hintergrund, stattdessen konnten wir das Bedürfnis nach einem Sitzplatz im Park, der in vielen Farben und Formaten realisiert werden könnte, registrieren. Anstatt nur eine Liste unrealistischer Wünsche zu besitzen (die u.U. wertvoll sein mag), wollten wir darüber hinaus auch eine Auflistung der Werte des zukünftigen Gebietes haben, die zeigte, was die Bewohner*innen über spezifische Vorstellungen und Wünsche hinweg gemeinsam hatten.

Wir haben bei den Bewohner*innen und Nutzer*innen einige gegensätzliche Wertvorstellungen festgestellt, weshalb die Auswertung nicht nur Antworten in Bezug auf den kommenden Gestaltungsprozess lieferte, sondern vielmehr einige Dilemmata, die im zukünftigen Gestaltungsprozess ausgeglichen werden sollten, aufzeigte.

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Was ist mit den Ressourcen der Gegenwart?

Anstatt sich nur auf zukünftige Wünsche und die Neugestaltung eines zukünftigen Gebiets zu konzentrieren, konnte man sich auch auf die Neugestaltung der Gegenwart konzentrieren, die Teil des Gesamtprojekts in Grønningen war. Hier lag der Schwerpunkt nicht nur auf der Zukunft, sondern auch auf den verschiedenen kulturellen Ereignissen in der Gegenwart, die das gegenwärtige Gebiet und seine Wahrnehmung neu gestalten. Aus einer ganzheitlichen Sicht der Stadtentwicklung, bei der die Menschen und ihre Umgebung nicht voneinander getrennt sind, sondern sich gegenseitig beeinflussen, sind mentale urbane Transformationen eine Voraussetzung für das Physische. Dieser durch die künstlerischen Veranstaltungen in der Gegenwart geschaffene Raum für Dialog ist an sich schon ein wichtiges Ergebnis des Projekts und entscheidend für zukünftige Veränderungen sowie für die Gemeinschaft selbst. Der Nachteil, die Bewohner*innen nur nach den Bedürfnissen des Ortes zu fragen, besteht darin, dass der Fokus wahrscheinlich auf Mangel des Ortes gerichtet wird und damit unterstreicht, dass etwas fehlt – anstatt sich auf dieQualitäten und Ressourcen des Ortes zu konzentrieren.

Was uns während des Prozesses bewusst wurde, war die Tatsache, dass viele Bewohner*innen und Nutzer*innen froh waren, in einem grüneren Viertel von Grønningen zu sein, und nicht unbedingt einen großen Wunsch nach Veränderung in der Zukunft hatten. Daher konzentrierten wir uns auch auf die vorhandenen Ressourcen des Gebiets, die im zukünftigen Gestaltungsprozess des Gebiets erhalten werden sollten.

Werte und Qualitäten für einen zukünftigen Park

Der grüne Stadtraum und der Ort des Seins: Unter den Befragten, sowohl Einheimischen als auch Nicht-Einheimischen, ist der “grüne” Raum eine wesentliche Qualität von Grønningen. Er wird nicht nur als Objekt gesehen, wie z. B. ein städtischer Garten in dem Gebiet, sondern auch als Wert für die Gemeinschaft, in und mit der Grünfläche zu interagieren. Die Bewertung unterstreicht außerdem, dass Grønningen sowohl ein Ort mit gemeinschaftlichen Aktivitäten (vor allem für Kinder) sein muss, als auch ein Ort bleiben sollte, an dem man sich entspannen, mit dem Hund spazieren gehen sowie insgesamt die Ruhe der Gegend genießen kann.

„Es wäre sehr schön, wenn das Gebiet umgestaltet und erweitert werden würde”

„Es wäre sehr schon, wenn das Gebiet in einen erweiterten Garten umgewandelt würde, den Stadtbewohner*innen meistens nicht haben. Dann könnte man hierherkommen und sich hinsetzen, anstatt oben in der Wohnung zu sitzen.”
– Teacher at the local school.

Auf diese Weise wird der Raum als “Nicht-Aktivität-Raum” gewürdigt, in dem die Beteiligung des Seins als wertvoll angesehen wird. Dieser Dualismus von Aktivität und Friedfertigkeit wird vereint, wenn die Aktivitäten am Ort zeitlich begrenzt sind, so dass es Raum sowohl für Friedfertigkeit als auch für Aktivitäten gibt und nicht für ein Entweder-oder.

Lokale Interessen gegenüber einem beliebten Stadtteil. Es ist fraglich, ob Grønningen ein lokaler Ort und eine friedliche Oase für die Einheimischen bleiben kann, wenn kulturelle Aktivitäten Menschen von außerhalb Kopenhagens anziehen.

Aus einer Makroperspektive kann dieses Interesse von Menschen, die außerhalb Kopenhagens leben, von Vorteil sein, um das positive Image der Region zu stärken, da viele Besucher*innen einen guten Eindruck von der Region hatten. Andererseits kann dieser Fokus aber auch die lokalen Interessen und die Gemeinschaft überlagern, indem die Einheimischen nicht einbezogen werden oder kein Interesse an den laufenden Aktivitäten haben. Das gesamte Gebiet im Nordwesten hat in den letzten Jahren eine zunehmende Gentrifizierung erfahren.

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